Suri beim 10. OstseeMan in Glücksburg (Teil 1 von 2)
Saturday, August 20, 2011
Machen wir es noch brutaler - muss sich Petrus beim Gestalten derWetterbühne für den zehnten Ostseeman gedacht haben. 3,8 Kilometer Schwimmen, danach 180 Kilometer Rad fahren und dann auch noch einen Marathon. Insgesamt 226 Kilometer am Limit dessen, was ein Athletenkörper leisten kann - diese für viele schon unvorstellbar hohe Messlatte wurde am Sonntag in Glücksburg noch einmal kräftig höhergelegt.
Riesige, bedrohlich graue Blumenkohlwolken schiebt der kräftige Wind aus Südwest um 6 Uhr früh von der Förde auf den Strand. Heftige Böen peitschen dazu den Regen waagerecht über die mit weißen Schaumköpfen getupfte Ostsee. Die gefühlte Temperatur beträgt keine zehn Grad. Doch am stürmischen Strand tummeln sich weit mehr als 580 Einzelstarter und 280 Staffelschwimmer auf dem Weg zum Einschwimmen. Hunderte Fans des Extrem-Triathlons über die legendären, von Leid und Leidenschaft geprägten Ironman-Distanzen trotzen dem Herbsteinbruch. Mit Kind, Kegel und Klappstühlen pilgern sie dick eingepackt zum von dramatischer Musik umhüllten Startbereich. Auf dem Weg zu einem Sporttag, der tausenden Zuschauern bis zum Abend viele unvergessliche Eindrücke und auch noch reichlich Sonne bietet.
So beginnt der Bericht in einer Schleswig-Holsteinischen Zeitung. Hätte ich den Bericht vorher gelesen, ich wäre nicht gestartet! Flach gegen den Wind drücken und vorher ein Schwimmerchen in Meer. Das war mein Gedanke zur Wahl der 1. Langdistanz nach 7 Jahren Ironman-Pause.
Doch fangen wir am Freitag an. Das OstseeMan-Wochenende wurde auf dem Marktplatz mit Jazz-Musik und der offiziellen Begrüßung sehr herzlich eingeläutet. Danach ging es hinter den Flaggen der aus 12 Nationen startenden Teilnehmern durch Glücksburg Richtung Pastaparty. Am Samstag gab es die Starts der OstseeKids. Schwimmen im Meer und danach laufen durch den großen Zieleinlaufbogen! Kostenlos für alle, mit schönem T-Shirt, Medalie und gemeinsamen Foto auf der Tribüne für die Zeitung. Ein tolles Erlebniss für alle Kinder!
Nun zum Wettkampf-Sonntag, der sich beim Aufstehen um 3:00 Uhr morgens mit voller Ostseegrausamkeit ankündigte. Wolkenbruchartiger Regen! Wettkampffreude sieht anders aus! Zum Einrichten der Wechselzone war es aber dann ein Glück trocken und ein „Sheriff“ begrüßte mich in der Wechselzone mit:“ Hallo, Eintracht Frankfurt, schön das Ihr auch da seid. Ich bin auch aus Frankfurt“. Das ich meinen Tacho Zuhause vergessen hatte war beim Anblick des Wellengangs dann aber eher nebensächlich. Ein älterer Starter aus der Region brachte es trocken auf den Punkt. „Alter Schwede, ruhige See geht Anders“! Jegliches Vorhaben an Zeiten legte ich zur Seite – Überleben war angesagt. Ein Freund den wir dort trafen gab mir noch ein paar Tipps wie das am besten klappen könnte! Zu durchschwimmen waren 2 Runden im Dreieck, ohne Landgang. Mit Adrenalinhöchswerten gebe ich noch ein kleines Interview warum ich denn nun (eine von 59 startenden Frauen) heute beim OstseeMan starte…
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